Angst & Zwänge

Es gibt unterschiedliche Formen von Angst. Unbestimmte Angst – ein eher ängstliches Gefühl ohne jede Ursache. Dann gibt es die Angst vor bestimmten Gegenständen oder Situationen (Phobie). Und es gibt die Angst vor der Angst. Angst kann sich zu Panik steigern, verbunden mit starken körperlichen Symptomen, die plötzlich auftreten und sehr belastend sind. Wenn Angst Ihr Leben beeinträchtigt, Ihren Alltag einschränkt oder Sie sich immer ängstlicher in sich zurückziehen, dann ist es Zeit, etwas zu unternehmen.

Was ist Angst?

Angst ist ein sehr mächtiges Gefühl, das seine Ursache in der Vergangenheit hat. Es richtet sich in die Zukunft, denn es ist die Befürchtung, es könnte irgendetwas Schreckliches passieren. In der Gegenwart gibt es keine Angst.

Es gibt viele Ursachen dafür. Ein Beispiel: Es kann sein, dass Ihnen vermittelt wurde, die Umwelt wäre feindlich und Sie sind ihr hilflos ausgeliefert. Die Kriegsgeneration hat dies erlebt und weitergegeben in der Hoffnung, ihre Nachfahren vor Vernichtung zu bewahren. Da eine ängstliche Grundeinstellung wiederum Gefahren anzieht, wird das Vorurteil einer feindlichen Umwelt bestätigt und der Teufelskreis ist geschlossen. Wird die Überzeugung, dass alles feindlich gestimmt ist, unreflektiert übernommen, macht sie natürlich Sorgen, erschwert eine angstfreie Entwicklung und harmonische Beziehungen.

Angst ist ein Scheinriese. Vielleicht kennen Sie den Scheinriesen aus „Jim Knopf und der Scheinriese“ von Michael Ende: Ein Scheinriese wirkt nur aus der Entfernung riesig. Wenn man sich ihm nähert, wird er immer kleiner, bis er schließlich ein ganz normal großer, freundlicher und wohlwollender Mann ist. In der Geschichte von Michael Ende ist der Scheinriese traurig darüber, dass alle vor ihm davonlaufen, denn er ist absolut harmlos.

Die Geschichte des Scheinriesen enthält auch die Lösung bei Angstzuständen: Angst ansehen, sie akzeptieren, sich langsam annähern und sie befragen. Denn Angst ist nur groß aus der Entfernung.

Psychotherapie bei Angst, Phobien & Zwängen

In der Therapie gehe ich behutsam und zugleich pragmatisch vor: Damit Sie sich der Angst ohne Angst stellen können, suchen Sie im Praxisraum zunächst einen sicheren Ort, den Sie nach Belieben einrichten können. Dann wählen Sie ein Objekt aus, das die Angst symbolisieren soll, außerdem weitere Symbole für Ihre Verbündeten. Das können Freunde sein, Archetypen, Engel oder bestimmte Eigenschaften wie etwa Mut, Zuversicht oder Kraft. Dann beginnen Sie spielerisch mit der eigentlichen Symbolarbeit, treten mit dem Scheinriesen in Kontakt, setzen Ihre Verbündeten ein, schlüpfen in verschiedene Rollen und suchen auf diese Weise die Ursachen und den Sinn der Angst. Durch diese Arbeit werden Sie bald lernen, dass Sie Ihrer Angst nicht ausgeliefert sind, Sie werden frei!

Atem- und Wahrnehmungsübungen

Die Gegenwart kennt keine Angst. In der Therapie werden Sie Atem- und Wahrnehmungsübungen kennenlernen, die Sie schnell in die Gegenwart bringen. Wenn Sie diese Übungen regelmäßig anwenden, werden Sie erfahren, dass es keine Angst gibt, wenn Sie in der Gegenwart präsent sind. Damit verfügen Sie über ein wirksames Instrument, um Ihre Angst zu stoppen. Die Angst wird ihren Schrecken verlieren.

Die Angst möchte nicht, dass Sie sich mit ihr beschäftigen, gerade deshalb lohnt sich die Konfrontation, weil es Sie befreit und Ihre Lebensqualität deutlich steigert.

Ihre
Ina Schröter, Heilpraktikerin für Psychotherapie in München